Tasmanien Tagebuch

Tagebuch vom 11.12.2005 bis 10.1.2006.


11.12.2005 Manila-Singapur-Sydney

Heute mal wieder einen Flugtag. Im Laufe des Vormittags auf den Flughafen gegangen. Dann nach Singapur. Dort 3 Stunden gewartet, und die Zeit zum kostenlosen Surfen genutzt. In Deutschland kostet das alles Geld. Hier wird einfach Wireless verbunden und dann geht´s weiter. Interessant bei Singapore Airlines ist auch, das du 60 (!!!) Filme zur Auswahl hast und diese auch angucken kannst, wenn es dir passt. Das habe ich bisher noch nie gehabt. Von den Filmen stehen auch deutsche Sprachversionen zur Verfügung, was nach zwei Monaten auch mal wieder ganz nett ist. Heute werde ich auch zum erstenmal im Flieger surfen. Bin mal gespannt wie die schnell die Verbindung ist. Morgen früh dann Sydney. Da werde ich wahrscheinlich ein bisschen kaputt sein.


12.12.2005 Sydney

Nachdem mein Flieger um 7.00 Uhr gelandet ist, habe ich ein paar Sachen am Flughafen erledigt (Handykarte geholt und Geld abgehoben). Dann ins Hotel. Musste erst mal ne Stunde schlafen, da ich im Flieger über zwei nicht hinausgekommen bin. Nachmittags dann Shopping gewesen. Muss ja meinen Nichten und Neffen noch was zu Weihnachten schicken. Dann habe ich mich mit Doris und Rolf Schaller getroffen. Doris ist eine ehemalige Kollegin meines Vaters und, sie sind jetzt schon zum zweitenmal in Australien unterwegs. Diesmal schon 7 Monate und zurück fliegen sie wie ich, im April. Das war echt nett, auch wenn wir uns nur ein bisschen kennen, hat man dann doch ein gewisses Heimatgefühl.


13.12.2005 Sydney

Heute habe ich ne Menge Kleinigkeiten erledigt. Zuerst war ich ein wenig shoppen, da ich meiner Nichte Steffi noch was in mein Paket nach Deutschland packen wollte. Nachdem ich fündig geworden bin, habe ich 13 Kilo zur Post getragen und per Luftpost nach Deutschland geschickt. Wenn die Rechnung dann kommt, da merkt man schon, daß man die Päckchen einmal um die Erde schickt. Dann einmal Wäsche waschen. Heute Nachmittag noch dies und jenes angeschaut und dann habe ich mein Tauchgepäck zu Tony und Kirstie gebracht. Mit denen war ich zwei Tage in Belize unterwegs, aber wir haben seit 4 Jahren den Kontakt nicht abreißen lassen. Manchmal klappt es halt. Morgen geht's nach Hobart. Dann reicht's auch mal wieder mit den Fliegern


14.12.2005 Sydney - Hobart- Launceston

Mal wieder eine Reise beendet heute und erfolgreich in Tasmanien angekommen. Der Flug war klasse, da ich endlich mal einen Flugtag mit schönem Wetter hatte. Dadurch hatte ich gute Sicht auf Südaustralien und auch auf Tasmanien. So gegen 5 war ich da und habe dann festgestellt, dass mein Noni Juice aus Palau im Rucksack ausgelaufen war. Das war ne schöne Bescherung. Es riecht so ziemlich alles das in meinem Handgepäck war, nach dem Kräutersaft aus Palau. Ich bin dann nach Launceston gefahren. Als erstes habe ich dann einen Waschsalon aufgesucht und das Zeug, einschließlich meines Rucksacks gewaschen. Dann war ich noch was essen und so langsam bin ich ziemlich müde. Morgen werde ich mich für den Overland eindecken. Am Freitag geht's dann mal wieder trecken.


15.12.2005 Launceston

Der heutige Tag war geprägt vom Vorrat einkaufen und dem Besorgen des noch fehlenden Equipments. Das ist schon eine total neue Erfahrung für mich, da ich ja noch nie 6 Tage gewandert bin, ohne an einer Verpflegungsstelle vorbeizukommen. In Deutschland, der Schweiz oder in Norwegen ist ja immer irgendwas bewirtschaftet. Und so hieß es heute, den Kompromiss zwischen Genuss und Gewicht zu finden. Ich habe auch kein Zelt auf dem Overland und so muss ich mich auf mein Glück verlassen in jeder Hütte einen Platz zu finden. Als Alleinreisender sollte das aber kein Problem sein. Ich habe schon gemischte Gefühle, da es ja das erste Mal wieder was Anstrengendes ist, nach meinem missglückten Himalaya Trekking. Deshalb habe ich die Tagesetappen auch ziemlich klein gehalten, da ich mich momentan einfach nicht ausreichend einschätzen kann. Prinzipiell gilt der Overland eher als einfach, was mir zum Einstieg eher entgegen kommt. Ronald wird mich mit seinen geplanten Treks, dann schon etwas mehr fordern. In 6 Tagen weiß ich mehr. Da ich zum erstenmal ohne Laptop auf Tour gehe, wird das nächste Update erst so gegen 23.12. erfolgen.Ich stelle heute dafür schon mal ein paar Bilder rein.


16.12.2005 Launceston-Cradle Mountain-Waterfall Valley Hut

Heute morgen beizeiten aufgestanden und dann nach Cradle Mountain gefahren. Hat ca. 2 Stunden gedauert. Dann in den Overland eingecheckt. Das ist dort ein bisschen blöd, da die zwei Visitors Center haben. Am einen kann man parken aber nicht auf den Trek einchecken. Am anderen kann man nicht parken. Also habe ich Ping Pong gespielt und bin dann glücklich um 11.00 Uhr am Ronny Creek auf den Trek gestartet. Zunächst mal durch ein Tal gelaufen und schon bald ging es bergauf. Bis zum Marions Lookout waren schon die ersten Höhenmeter zu bewältigen. Der Tag war wunderschön und so hat man auch wunderschöne Ausblicke auf die Cradle Mountains und rüber zum Barn Bluff gehabt. An der Kitchen Hut habe ich dann zum ersten Mal eine Gruppe Australier mit einem Franzosen getroffen. Die wollten den Cradle Mountain hoch, was ich mir aufgrund der fehlenden Einschätzung meines Körpers geschenkt habe. Ich bin dann weiter übers Hochplateau und habe dann Brian den Ranger getroffen. Nachdem er meinen Trek-Ausweis kontrolliert hatte, sind wir zusammen losgelaufen. Er hatte zwar nen schnelleren Schritt als ich, aber dann habe ich halt nen Gang höher geschalten. So wurde aus einer Stunde Restzeit, dann auch nur starke 30 Minuten. Nach insgesamt 4 Stunden bin ich dann in der Hütte angekommen und war der erste der einen Schlafplatz suchte. Also freie Auswahl. Nach und nach sind so langsam dann alle eingetrudelt und komischerweise ist an diesem Tag keiner schneller als ich gewesen. Das war für mich schon verwunderlich, da ich im Moment sicherlich alles andere als ein Konditionswunder bin.


17.12.2005 Waterfall Valley Hut - Windemere Hut

Heute morgen hat es geregnet. Damit muss man halt rechnen am Overland Trek. Die Etappe nach Windemere ist ja eher eine einfache Etappe. Ich habe mich mit Flo einem Österreicher zusammengetan und wir haben ein bisschen Gas gegeben. WIr haben das scheinbar etwas übertrieben, denn wir haben den Abzweig zu einem Side Trip übersehen. So waren wir nach zwei Stunden an der nächsten Hütte. Da war es 10 Uhr. Wir haben uns dann überlegt, ob wir zur nächsten Hütte weitergehen sollen, aber das wären nochmals 5 Stunden gewesen und so haben wir einen Hüttentag mit Lesen, Kochen usw. gemacht. Die Strecke führte über ein relativ offenes Terrain und so pfiff auch der Wind und der Regen richtig durch. So langsam lernen ir auch den Rest der Gruppe kennen. Viele Aussies, ein Franzose, ein paar Deutsche und ein Österreicher.


18.12.2005 Windemere Hut - New Pelion Hut

Den heutigen Tag kann man eigentlich nur mit einem Wort beschreiben "Schlammschlacht". Es war teilweise so, dass ich nicht mehr wusste, ob ich jetzt in einem Bach oder auf einem Weg laufe. Nach ca. 3 Stunden sind wir in Frog Flats angekommen. Das ist eigentlich als Zeltplatz ausgezeichnet. Sumpf wäre an dem Tag eher die richtige Bezeichnung gewesen. Bis dort konnte ich dank meiner Gamaschen noch mit einigermaßen trockenen Füßen durchkommen. Nachdem ich dann aber zwei bis dreimal bis zum Oberschenkel im Wasser stand war es damit auch vorbei. Dann kam aber erst der richtig schlimme Teil. Nach 4,5 Stunden waren wir dann angekommen. Für eine mit 5 Stunden angegebene Wanderung und untere gegebenen Bedingungen war das eigentlich gar nicht schlecht. Abends habe ich dann dank eines Kartenspiels von James, die Gemeinde in "Schwimmen" eingeführt. Das sollte die nächsten Tage unsere Hauptbeschäftigung an den Abenden bleiben. Dadurch hat ich auch eine eingeschworene Kartenhaigemeinschaft gebildet die aus 12-15 Leuten bestand.


19.12.2005 New Pelion Hut- Kia Ora Hut

Heute hat es kaum geregnet und so hatten wir einen echt schönen Wandertag. Der Mt. Ossa hatte auf seinem Gipfel etwas Schnee. Flo und ich haben versucht den Pelion East zu besteigen. Nachdem der Weg ein einziges Schlammloch war und dann ganz verschwand haben wir umgedreht. Das haben wir allerdings später bereut, da John und die Tassie Mädels oben waren und uns von den Ausblicken vorgeschwärmt haben. Die Kia Ora Hütte war bis zum Anschlag voll. Hier hatte es auch zum erstenmal einen Kohleofen. Den haben wir dann tüchtig eingeheizt. Die Leute, die die oberen Betten hatten, mussten dadurch etwas leiden, denn sie hatten in der Nacht eigentlich weder Schlafsack noch Klamotten nötig.


20.12.2005 Kia Ora Hut - Windy Ridge Hut

Absolut traumhafter Tag heute und so haben wir das auch genossen und Sidetrips zu drei Wasserfällen gemacht, die d´Alton, Ferguson und Hartnett Falls. Da es die die letzten Tage geregnet hat, waren auch die Wassermengen entsprechend und so hatten wir wirklich schöne Aussicht. Abends dann die Windy Ridge Hut und der letzte Tag Kartenspielen mit der ganzen Crew.


21.12.2005 Windy Ridge Hut -Narcissus Hut- Lake St. Clair

Heute wusste das Wetter nicht so richtig, was es wollte. Mal Regen, mal Sonnenschein. Die Wanderung war schön aber nicht spektakulär. Wir haben dann von Narcissus Hut die Fähre nach Cynthia Bay / Lake St. Clair genommen. Raus aus der Fähre und ein kaltes Bier. Das war nach 6 Tagen dehydriertem Essen und Wasser dann schon ein absoluter Hochgenuss. Wir haben dann abends auch ein richtiges Essen zu uns genommen und mit einem gutem Tassie Wein runtergespült. Insgesamt war der ganze Trek trotz des teilweise schlechten Wetters ein einzigartiges Erlebnis. Das machte sicherlich auch die Gemeinschaft aus, die sich rausgebildet hat. Wir hatten ein Altersspektum von 18- 50 und keinerlei Berührungsängste miteinander, da alle ähnliche Interessen hatten. So war die Zeit des Abschieds auf mal wieder etwas anders, da man die Leute jetzt besser kannte und gerne noch mehr Zeit mit ihnen verbringen würde. Aber so ist das halt beim Reisen.

".. und schon morgen beginnt das Spiel aufs neu ..."


22.12.2005 Lake St. Clair- Cradle Mountain - Launceston

Heute morgen in den Bus gestiegen und 4,5 Stunden bis Cradle Mountain gefahren. Dann nochmals 1 Stunde und 40 Minuten nach Launceston. Meinem Hyundai Getz habe ich die Sporen gegeben. Heute abend dann zuerst mal Tabula Rasa mit meinem Gepäck gemacht und dann waren wir zu siebt nochmals gemeinsam beim Essen. Danach bin ich mit Gary, Tom und David noch etwas in einem Irish Pub versackt. Kilkenny ist halt schon lecker.


23.12.2005 Launceston-Hobart

Nach einer kurzen Nacht (ich musste mein Zimmer um 8 räumen heute) war ich zunächst mal in der Wäscherei und habe mal wieder Ordnung in meine Wäsche gebracht. Dabei habe ich meine HP wieder auf den neuesten Stand gebracht. Dann Internet und der Versuch ein paar Karten für ein ausverkauftes Festival in Hobart zu bekommen. Mit Erfolg natürlich. Zwar nicht ganz billig, aber ich will mal hoffen, dass es sich lohnt. Das Ganze spielt sich über Sylvester ab. Um halb zwei dann nach Hobart und Ronald abgeholt. Heute war fast wie ein Arbeitstag für mich.Von 8 bis 6 fast ohne Verschnaufpause irgendwelche Sachen erledigt. Das soll aber keine Beschwerde sein, aber manche haben ja die Vorstellung, dass man beim Reisen nur auf der faulen Haut rumliegt. Dem ist sicherlich nicht so. Aber es ist auf jeden fall eine angenehmere Art des Stresses. Morgen gehen dann die Vorbereitungen für den nächsten Trek los.


24.12.2005 Hobart

Heute nochmals ein "Bürotag". Das heißt: Landkarten besorgen, Essen einkaufen, restliches Equipment kaufen, Mietwagen verlängern usw. usw. Dazwischen haben wir uns mit Flo und Jason vom Overland getroffen. Heute abend mal wieder ein ein Fish und Chips. Das Ganze hat am Meer schon mehr Flair als in der Großstadt, wo das auch keinen großen Unterschied zu den amerikanischen Fast Food Ketten macht. Morgen wollten wir eigentlich auf die Fähre nach Maria Island, aber leider haben die an Weihnachten Pause. Daher können wir erst am 26.12 fahren. Wir werden es überleben. Heiligabend interessiert hier übrigens keinen. Das eigentliche Weihnachtsfest wird erst morgen gefeiert.


25.12.2005 Hobart - Louisville

Nachdem wir heute morgen aus dem Motel ausgecheckt und dann die Küste hochgefahren. Tasmanien ist an Weihnachten wie ausgestorben. Wirklich fast alles hat zu. Es ist schon schwer eine offene Tankstelle zu finden. Aber irgendwo was zum Essen zu finden ist fast unmöglich. So haben wir uns heute Nachmittag ein Zimmer am Ablegeplatz der Fähre genommen und heute Abend mal wieder ein Fertiggericht gekocht. Morgen geht´s mal wieder in die Wildnis. 3 Tage campen auf Maria Island.


26.12.2005 Louisville - Maria Island

Heute morgen mit der Fähre nach Maria Island gefahren. Wir haben uns entschlossen den Bishop und Clerk gleich am ersten Tag in Angriff zu nehmen. Das geht von Meereshöhe auf 600 Meter hoch. Die letzten 200 Meter über ein Geröllfeld und am Schluss noch über ein paar Steine klettern. Oben dafür eine absolut grandiose Aussicht. Teilweise geht es halt 200-300 Meter senkrecht runter. Komischerweise hat es mir, trotz meiner Höhenangst, nicht so wahnsinnig viel ausgemacht. Ganz wohl ist es mir da allerdings doch eher selten. Dann sind wir wieder runter und haben so gegen zwei ein paar Nudeln gekocht. Dann haben wir beschlossen noch die 2,5 Stunden zu Frenchs Farm zu laufen und dort zu campen. Nach dem Marsch waren wir dann beide ziemlich platt. Zelt aufbauen und was kochen. Dann relativ schnell ins Bett, nachdem es auch noch angefangen hat zu regnen.


27.12.2005 Maria Island

Bei strahlendem Sonnenschein aufgewacht. Da war es um 8 schon richtig warm. Wir haben beschlossen, das Zelt heute stehen zu lassen und nach Haunted Bay zu laufen. Steht auf dem Plan mit 4 Stunden hin und zurück. Die braucht man aber auch. Da denkt man die Insel ist eben, aber am Ende geht´s halt dann doch nochmals 200 Meter hoch und dann ziemlich steil auch wieder abwärts ans Meer. Da mein Laufpartner Ronald ja das Konditionstier ist, hatten wir halt auf der Ebene auch einen Schritt, der etwas über meinem liegt. Das Ganze dann bei annähernd 30 Grad. Heute haben mir meine 4 Liter Wasser gerade so gereicht für die 4 Stunden. Irgendwie hatte ich dann nachmittags keine große Motivation mehr, noch viel zu machen und Ronald ging es ähnlich. Wir blieben dann im Camp, wo wir übrigens die einzigen waren, und haben unsere Freunde, die Kängurus, beobachtet. Hier gibt es 3 verschiedene Arten: Padimelons, Wallabies und Forrester. Die sind hier so zutraulich, dass sie bis auf 2 Meter an dich rankommen. Geht man aber auf sie zu, dann hauen sie ab.


28.12.2005 Maria Island - Sorell - Hobart

Glücklicherweise hat es heute nacht kaum geregnet, so dass das Zelt heute morgen trocken war. Wir haben dann zusammengepackt und sind über die Inlandsroute nach Darlington gelaufen. Die ist mit 4 Stunden angegeben. Heute war nicht mein Tag. Irgendwie war ich ziemlich fertig. Trotzdem sind wir eine drei Stunden Etappe in zwei Stunden gelaufen. Das ist echt komisch. Im fitten Zustand brauchst du die volle Zeit und wenn du fertig bist zweidrittel ??? Vielleicht muss man Philosophie studieren, um das zu begreifen. Heute Mittag dann mit der Fähre zurück. Im McDonalds im Sorrell (alle McDonalds in Australien haben Wireless Internet) meine E-mails gecheckt. Leider hat sich die Dumpfbacke, bei der ich über Ebay ein Ticket fürs Falls Festival ersteigert habe, nicht gemeldet. So steh ich jetzt mit einem Ticket da. Ronald hat gesagt, er will eh lieber wandern. Dann gehe ich mit Flo (habe ich am Overland Track kennen gelernt) aufs Festival und Ronald geht zum Frenchmans Cap. Nachdem in Sorrell kaum Zimmer zu bekommen waren, sind wir nach Hobart gefahren und haben echt was nettes direkt im Zentrum gefunden. Dann in den Hafen. Da ist sowas wie Jahrmarkt, weil heute ja die Boote der Regatta Sydney-Hobart angekommen sind. Dann sind wir noch ins Irish Pub und weil die Live Band so gut war sind wir ein paar Pints geblieben. Ich muss ja nicht auf den Bus morgen früh um sieben.


29.12.2005 Hobart

Heute einfach einen gemütlichen Tag gemacht. Einkaufen, Wäsche, Schwimmen usw. Mittags habe ich mit Flo getroffen und wir haben noch ein bisschen was fürs Festival eingekauft. Heute Abend noch mal Fish n´Chips und dann beizeiten ins Bett, da wir morgen schon früh zum Festival starten. Anbei auch noch der Link zum Festival für den den es interessiert : Falls Festival


30.12.2005 Hobart - Falls Festival

Um 4.30 Uhr aufgestanden und Sachen gepackt. Um 6 habe ich mich mit Flo getroffen und dann sind wir im Konvoi mit ein paar Bekannten von ihm zum Festival gefahren. Es ist beim Campen nicht erlaubt, irgendwelchen Alkohol mitzunehmen. So wird jedes !!! Auto durchsucht. Allerdings so lax, dass jeder sein Zeugs durchbringt. Das ist dann auch toll. Die zweite Schikane, um den Konsum zu bremsen sind die Schlangen. Aber nur die, bei denen man ansteht und nicht die Giftigen. Also zuerst muss man um Bons anstehen. Da kann die Schlange schon mal 50 Meter sein. Wenn man die Bons hat, muss man dann beim Bier anstehen. Hier wird auch vorher kontrolliert, ob man 18 ist und man bekommt ein zweites Armband. Da trinke ich lieber Wasser. Den Australiern scheint es aber gar nichts auszumachen. Die stehen mit einer Engelsgeduld an. Ich weiß nicht ob es an der Vorgehensweise liegt, aber ich habe nur Bruchteile der Alkoholleichen gesehen wie bei uns auf Konzerten. Das ist ja immerhin ein Teilerfolg. Nun also zu den Konzerten:Das größte Konzert in Tassie hat die Dandy Warhols als Headliner. Zweidrittel der Leser dieses Tagebuchs werden sich jetzt aber fragen: Wer zum Teufel sind die Dandy Warhols ???

Ich kannte 4 Bands auf dem Festival und ich würde mich nicht unbedingt, als Anfänger in diesem Bereich bezeichnen. Es war dadurch aber auch sehr interessant. Ich gehe aber jetzt auch nur auf meine Highlights ein. Eine klasse Entdeckung waren The Cat Empire. Big Band Sound mit kubanischen Elementen. Da ging die Post ab. Ugly Duckling ist eine Hip Hop Band aus LA. Deren DJ war genial. Dann die Dandy Warhols. Die erste Stunde war durchwachsen, aber danach war es gut. Dem Sänger hätte ich aber am liebsten eine geschossen, da er das Konzert mit einer Nazimütze gespielt hat. Aber im Land der begrenzten Unmöglichkeiten (da kommen sie her) gilt das ja als cool. Weitere Bands, die erwähnenswert sind sind die Shins, Evermore und Little Birdy. Absolute Klasse war ein Comedian. Danny Bhoy aus Schottland. Ich hatte Bauchschmerzen vor Lachen nach dem Gig.

Das Wetter war heute übrigens genial. Strahlender Sonnenschein. Das Hautkrebskommitee hat den ganzen Tag kostenlos Sonnenmilch verteilt.


31.12.2005 Falls Festival

Mit Regen aufgewacht heute, der sich aber dann im Laufe des vormittags wieder verabschiedet hat. Erst gegen Abend ging's dann wieder los. Die absolute Offenbarung am heutigen Tag war für mich Sarah Blasko. Wahnsinns Stimme und das ganze mit Pop-Rock mit Elektro-Elementen gemischt. Faker, Ian Brown und die Hoodoo Gurus fand ich auch noch erwähnenswert. Letzten Endes haut aber alles so ziemlich in die gleiche Kerbe des Alternativ-Rocks. Das höre ich zwar schon gerne, aber nach zwei Tagen kann man irgendwie nur noch begrenzte Unterschiede heraushören. Insgesamt war es aber sicherlich kein schlechtes Festival, aber die meisten Bands sind halt lokale Bands. Da ist der Markt schon auch begrenzt.


1.1.2006 Falls Festival - Hobart

Heute morgen habe ich mich um halb sieben auf den Weg gemacht, um dem ganzen Aufbruchsstress aus dem Weg zu gehen. Ich war dann auch um 8 in Hobart und habe mal die Mails gecheckt und dann mir ein paar Stunden im Schwimmbad gegönnt. Heute Nachmittag bin ich eine Weile am Hafen gewesen. Heute Abend hat dann Ronald von seinem Schlammerlebnissen am Frenchmans Cap erzählt. Da bin ich ganz froh, dass ich da nicht dabei war.

Bevor ich es vergesse:

Ich wünsche allen Freunden, Verwandten und Bekannten ein erfolgreiches und gesundes neues Jahr.


2.1.2006 Hobart

 

Heute haben wir Wäsche gewaschen und verschiedene kulturelle Dinge gemacht. So waren wir zum Beispiel im Tasmanian Art Museum. Das ist sehr interessant. Dann waren wir in diversen Kunstgalerien. Preise haben die, da fällt man vom Glauben ab. Diverse "Dot-Paintings", also Aboriginal Arts, haben da bis zu 20.000 Australische Dollar gekostet. Wenn man das ins Verhältnis setzt, zu dem was man in der dritten Welt zahlt für die Kunst der "Ureinwohner", dann sind das halt zwei 10er Potenzen. Außer Frage steht allerdings, dass die Bilder wunderschön sind. Zur Zeit läuft im Hafen das "Taste". Das muss man sich vorstellen wie ein Stadtfest. Verschiedene Restaurants und verschiedene Weingüter haben Stände und von der Bratwurst, über Rösti bis zum Hummer gibt es so ziemlich alles. Das ist schon interessant und ein Genuss, denn ansonsten ist ja die australische Küche nicht unbedingt als aufsehenerregend bekannt. Ich muss allerdings schon sagen, dass sich seit meinem ersten Besuch 1991 sich hier vieles extrem verbessert hat. Nachdem das Wetter die nächsten Tage nicht so toll werden soll, gehen wir jetzt nicht zum Wandern, sondern machen eine Tour in den Norden zum "Wine-Tasting".


3.1.2006 Hobart - Tamar Valley - Launceston

Heute morgen so gegen 10 in Hobart weggefahren und nach Launceston. Nach dem Mittagessen sind wir dann das Tamar Valley hoch und haben in diversen Weinkellern angehalten und den einen oder anderen Schluck probiert. Da ich mal wieder der Fahrer war, habe ich mich ein wenig zurückhalten müssen. Interessant fand ich, dass sehr viele Weingüter Pinot Noir anbauten. Ich bin nun sicherlich alles andere als ein absoluter Weinexperte, aber irgendwie kam mir das schon interessant vor, da ich aus den USA hörte, dass seit dem Film "Sideways" ein regelrechter Hype um Pinot Noir ausgebrochen ist. Die Winzer hier, scheinen den Pinot schön länger zu favorisieren, da er dem rauhen Klima in Tasmanien entgegen kommt.

Als wir dann an einer Stassenkreuzung nach Launceston standen, haben wir dann beschlossen die 30 km runter zu fahren und hier zu übernachten. Morgen wollen wir uns das Pipers River Weingebiert anschauen.


4.1.2006 Launceston - Pipers River - St. Marys

Heute morgen sind wir das Pipers Valley hochgefahren und haben noch bei drei Winzern halt gemacht. Danach sind wir rüber an die Ostküste gefahren. Hier ist es eindeutig am wärmsten in Tasmanien. Auch die Strände sind teilweise sehr schön. Dementsprechend viel los ist auch. Nachdem ich 7 Übernachtungsmöglichkeiten angerufen hatte, hat es bei der achten dann geklappt. Jetzt sind wir etwas weg vom Meer, dafür haben wir einen wunderschönen Ausblick darauf. Morgen wollen wir zum Sonnenaufgang aufstehen. Schau mer mal.


5.1.2006 St. Marys - Eaglehawk Neck

Heute sind wir die Ostküste runtergefahren. Hier ist gerade absolute Hochsaison und entsprechend voll ist auch alles. Trotzdem sicherlich noch weit vom Teutonengrill oder Ballermann entfernt. Das kommt wahrscheinlich auch daher, dass das Meer hier halt über 17-20 Grad (geschätzt) nicht herauskommt. So laden die Strände schon zum Baden ein, aber reingehen tut man dann doch eher mit 5-7 mm Neoprenanzug. Das Wetter ist eigentlich sehr gut im Moment nur vorgestern hat es starke Windböen gehabt. Da hat es den Hyundai beinahe von der Strasse geweht. Heute nachmittag haben wir uns mal wieder mit Fertigtortellini, Fettucini Alfredo und sonstigen Trekkingtauglichen Nahrungsmitteln eingedeckt, denn morgen geht es wieder trekken. Der Tasman Coastal Trail bis zum Cape Pillar soll es werden. Die Klippen am Ende sind bis zu 300 Meter hoch.


6.1.2006 Eaglehawk Neck - Fortescue Bay - Lunchtime Creek

Heute morgen zeitig aufgestanden und dann in die Fortescue Bay gefahren. Von dort sind wir dann auf den Track gegangen. Der Wegweiser war eigentlich eindeutig, aber nach ein halben Stunde haben wir uns immer mehr gewundert, warum wir nicht an der Küste landen. So sind wir den Inlandstrack, den wir eigentlich rauslaufen wollten, reingewandert. Das hatte zur Folge, dass wir um 12.00 Uhr an unserem Camp waren. Da es nur dort einigermaßen vernünftiges Wasser gibt, haben wir uns nach dem Mittagessen dazu entschlossen, den zweiten Tag dann doch noch gleich durchzuführen und noch eine Wanderung, die mit 5-7 Stunden angegeben war, anzuhängen. Es hat sich gelohnt. Wenn man an der Kante einer Klippe steht und es geht dreihundert Meter senkrecht nach unten, da kann einem schon anders werden. Die Aussicht auf die Klippen war einfach gigantisch. Man wandert ca. 1 Stunde von Perdition Ponds nach vorne zum Cape Pillar. Der Track geht die meiste Zeit so zwei bis fünf Meter an den Klippen entlang. Es wird nicht empfohlen das Ganze bei mehr als 25 km/h Windgeschwindigkeit zu gehen. Glücklicherweise hatten wir kaum Wind und strahlenden Sonnenschein, sodass wir das Ganze in vollen Zügen genießen konnten. Beim Rückweg haben wir dann Gas gegeben und so waren wir um kurz nach 18.00 Uhr wieder am Camp. Da waren dann aber doch ziemlich platt. Noch was zum Essen gekocht und um halb neun waren wir im Zelt.


7.1.2006 Lunchtime Creek - Fortescue Bay - Eaglehawk Neck

Nach ein kurzen Nacht, denn ich konnte ab 1.00 Uhr kein Auge mehr zumachen (Scheint eine Erkältung im Anmarsch zu sein). Sind wir um 7.00 Uhr aufgestanden und haben zusammengepackt. Nachdem wir gestern den "leichten" Weg reingenommen haben, musste es ja heute, der Mt. Fortescue sein. Der Anstieg ist ungefähr von 100 Meter auf 500 Meter. Eigentlich nichts schlimmes, nur dass das Ganze innerhalb 1,5 bis 2 Kilometer stattfindet. Da muss ne alte Frau mit nem 20 kg Rucksack ganz schön schnaufen. Als wir dann oben waren hatten wir noch den einen oder anderen super Ausblick raus aufs Cape Pillar. Wir wollten eigentlich noch den Sidetrip aufs Cape Hauy machen, haben uns dann aufgrund unserer Wasserreserven dagegen entschlossen. Das ist das größte Problem auf dem Track. Es gibt ganz wenige Stellen zum Wasser fassen. Ich brauche an einem heißen Tag wie heute (30 Grad) mindestens 6 Liter. Da ich nur 4,5 Liter im Normalfall mitnehme, bin ich auf Nachfüllen angewiesen. Wenn das nicht geht, dann habe ich ein Problem. So sind wir nach unten gestiegen und waren so gegen 16.30 Uhr wieder unten. Der Sidetrip hätte uns nochmal 1,5 - 2 Stunden gekostet. Wir waren auch so ziemlich fertig. Dann wir wir wieder hoch nach Eaglehawk Neck und haben unseren Abend mal wieder mit Wäsche waschen und sonstigen "Hausarbeiten" zugebracht.


8.1.2006 Eaglehawk Neck - Hobart

Heute sind wir noch kurz nach Port Arthur runtergefahren und danach haben wir uns auf Hobart zubewegt. Das Wetter meint es immer noch gut mit uns, auch wenn es nicht mehr ganz so strahlend wie die letzten zwei Tage war. Heute nachmittag, haben wir dann schonmal angefangen mit dem Grossreinemachen. An meinem Wanderschuhen, darf ja kein Krümel Erde mehr sein sonst kriege ich Probleme bei der Einreise in Neuseeland. Gegen abend haben wir uns nochmal mit Flo getroffen und ein paar Pints zum Wiedersehen getrunken. Er will nach zwei Wochen so langsam auch mal Hobart verlassen.


9.1.2006 Hobart

Heute haben wir letzte einkäufe getätigt und haben einfach Hobart genossen. Es ist echt schön dort. Nach Bhutan und Palau waren es mir zu viele Leute am Anfang, obwohl es sicherlich keine Weltstadt ist. Nachdem man sich wieder an die Zivilisation und deren Annehmlichkeiten gewöhnt hat, ist es echt schade die Stadt und uch die Insel zu verlassen. Irgendwie haben ich alle Ziele bisher mit einem starken Wehmutsgefühl verlassen ( In Bhutan hat mich halt das Essen gestört). Ich hätte es in Tassie schon noch ein bis zwei Monate ausgehalten. Aber die kommenden Dinge werden mich sicherlich nicht zu Kurzschlusshandlungen verführen. Wie sagt der Franz: Schau mer mal.


10.1.2006 Hobart - Sydney

Heute Morgen aufgestanden und den Mietwagen am Flughafen abgegeben. Die Pfeifen haben tatsächlich eine halbe Stunde gebraucht, um uns auszuchecken. Ich hätte auch den Schlüssel reinwerfen können, warte aber gerne auf eine "saubere" Quittung, da ich schon für nicht existente Schäden Nachbelastungen hatte. Dann also nach Sydney und Ronald verabschiedet. Danach zu Kirstie und Tony gefahren Ich bleibe ja eine Nacht hier und hole mein Tauchgepäck ab. Heute Nachmittag sind Kirstie und ich mit den Kids in den Zoo gefahren. Hier habe ich dann endlich den Tasmanischen Teufel gesehen. Leider war es mir nicht vergönnt in Tassie einen zu sehen. Auch einen Wombat habe ich nicht zu Gesicht bekommen. Eigentlich bin ich kein grosser Freund von Zoos, aber es war wirklich schön heute Nachmittag. Dann heute Abend Familienleben, wobei Tony in seiner Bank viel zu tun hat und nochmals in zum Arbeiten muss. Da ich morgen nach Auckland fliege beginnt morgen das Neuseeland-Tagebuch.