Kosrae

Kosrae ist einsam. Nur 7.500 Menschen leben auf der Insel und auf den ersten Blick gibt es wenig Dinge zu tun. Wenn man das Tempo mal reduziert hat und genauer schaut, dann entdeckt man vieles. Genauso ist es Unterwasser. Sicherlich keine Action Dives und relativ wenig Großfisch. Allerdings sind die Hartkorallenfelder so ausgeprägt, wie ich sie noch vorher gesehen habe. Das Ganze hat sicherlich auch andere Seiten. Die Über-Missionierung habe ich noch nie so sehr wahrgenommen, wie hier. Warum kann man diese Menschen nicht so leben lassen, wie sie immer gelebt haben. Wir aus der angeblichen Zivilisation kommen und drücken den Menschen unsere Wertvorstellungen auf, ohne mal dran zu denken, dass deren vielleicht gar nicht so falsch waren. Die Mormonen haben hier eine Kirche für 1,3 Millionen Dollar hingestellt. Ob das Geld in der Bereitstellung einer Wasserversorgung mit Trinkwasser, oder Solar Paneleen zur Stromerzeugung nicht besser aufgehoben wäre, mag ich einfach mal so in den Raum stellen. Trotzdem halte ich Kosrae für eine lohnenswerte Reise. Die Insel ist schön und die Menschen sind freundlich.

Pohnpei

Nachdem ich Kosrae schon mochte, war ich gespannt auf Phonpei. Ich finde es wunderschön hier. Die Insel ist grün. An Land habe ich relativ wenig erkundet, da ich die meiste Zeit unter Wasser war. Trotzdem finde ich es absolut zauberhaft. Mein Hotel im Dschungel (The Village) tut ein Übriges dazu. Super nette Leute. Allein der Ausblick vom Zimmer ist das Geld wert. Taucherisch gibt es Licht und Schatten. Die Quasi Garantie Mantas zu sehen ist ein absolutes Highlight. Und ich denke auch, dass Ant zu der richtigen Zeit ein großartiger Tauchplatz ist. Andere Tauchplätze sind okay und teilweise auch gut. Im Großen und Ganzen auf jeden Fall Daumen hoch. Was mich hier total ankotzt ist, wie die Mikronesier sich an die Fischereiflotten der Welt verkaufen. Da sind Fangschiffe unterwegs, da wird es einem schlecht. Man sagt sie zahlen 1 Million Dollar an Fischereigebühren pro Jahr und ziehen für 200 Millionen Dollar Fisch raus. Die Zahlen sind Hörensagen, daher mit Vorsicht zu geniesssen. Die Dimension kommt aber meiner Meinung nach hin. Bei der Rendite würde jeder Börsenhai hellhörig. Mir kommt es immer noch so vor als leben wir im 15. Jahrhundert und die Seefahrer haben Glasperlen für echte Perlen oder Gold eingetauscht. Da hat sich nichts geändert. Entweder die Politiker von Phonpei sind korrupt oder blöd. Wahrscheinlich beides. Wie kann man seine Ressourcen so verschleudern. Mir kommt jedes Mal die Galle hoch wenn ich an einem der Kutter vorbeifahre und ich wünschte wir hätten Torpedos auf unseren Tauchbooten.

Weiterhin wird im ganz großem Stil Finning betrieben. Die Chinesen und ihre bescheuerte Suppe. 100 Millionen Haie im Jahr müssen dafür sterben. Die Welt tut quasi nichts dagegen, weil uns ein bescheuerter Hollywood Regisseur die Angst vor allen Haiarten eingetrichtert hat. Es gibt sie seit mehreren hundert Millionen Jahren und wenn wir so weiter machen, dann sind sie in zwanzig Jahren ausgerottet. Gute Arbeit.

Reist nach Phonpei und schaut es euch an. Wer weiß wie lange es noch möglich ist. Im Moment ist es immer noch zauberhaft.

Chuuk

Chuuk ist sicherlich kein Platz in den man sich auf den ersten Blick verliebt. Ungefähr 50 Personen haben mich gewarnt. Bleib nachts zu Hause. Geh nicht raus. Usw. Dann kommt man an und teilweise sind die die Schlaglöcher in  den Straßen so tief, dass man ein Auto drin verstecken kann. Okay vielleicht einen Smart zur Hälfte. Die Leute schauen grimmig und die Jungs kommen wie 50 Cent und Tupac daher. Da hat man schon relativ zu verarbeiten am ersten Tag. Mit der Zeit relaxt man ein bisschen und stellt fest, dass alles halb so wild ist. Hinter der harten Schale stecken oft nette Menschen und je mehr ich dort war, desto mehr mochte ich es. Chuuk ist der größte Staat der FSM Staaten und hat gleichzeit auch die meisten Outer Islands. Das bedeutet zig Sprachen und Reibungspunkte untereinander. Dies bleibt nicht spurlos bei der Bevölkerung. Weiterhin hat Chuuk kaum eigene Einnahmequellen. Man ist immer auf die Gnade der USA und den anderen Staaten angewiesen. Ich habe hier nie gespürt, dass Menschen stolz darauf sind ein Chuukie zu sein. Das ist in den anderen Staaten total anders.

Für Wracktaucher, kann ich mir keineren Besseren Platz auf dem Planeten vorstellen. Hier gibt es alles in Hülle und Füllen. 50 Wracks in einem Umkreis von 20 Kilometer. Das ganze gepaart mit uper Sicht, kaum Strömung und einzigartigem Bewuchs. Ich kann mir keine Platz auf dem Planeten vorstellen, der besser ist. Selbst nach zwei bis drei Besuchen hat man hier noch nicht alles gesehen. Was mir manchmal fehlt, ist der Respekt vor den Toten. Es ist nun mal ein Friedhof und wenn mein Vater da unten liegen würde, dann möchte ich das Ganze auch mit mehr Distanz behandelt wissen. Aber da fehlt sicherlich dem einen oder anderen Taucher der nötige Anstand.

Bisher habe ich ja immer einen Umweg um Wracks gemacht. Das hat mir Chuuk näher gebracht. Dafür bin ich dankbar.

Yap

Yap hat in den vergangenen 10 bis 20 Jahren grandioses Marketing gemacht, dass vor allem auf eines ausgerichtet ist: Mantas Alle die hierher kommen wollen Mantas sehen. Da ist prinzipiell nichts dagegen einzuwenden, denn es hat ja welche. Aber sonst ???? Mir hat es echt gut gefallen in Yap und die Kombination Manta Ray Bay und Yap Divers ist sicherlich das Reibungsloseste und am besten Organisierte, das ich die letzten drei Monate erlebt habe.  Ganz großes Kompliment. Die Tauchplätze sind aber doch eher mittelmässig. Nachdem die Mantas vom M'il Channel abgewandert sind, hängt man jetzt bei 6 Metern und die Viecher sind bei 4. Das ist sicherlich eher Schnorcheln als Tauchen. Das man jetzt angefangen hat Haie zu füttern ist für mich schon eine Art Verzweiflungstat, um eine zweite Attraktion zu schaffen. Dass ich rein gar nichts von Haifütterungen halte, habe ich ja schon im Tagebuch geschrieben. Ich muss das Ganze noch nachwirken lassen, aber aus Yap gehe ich sicherlich mit gemischten Gefühlen weg.